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Clubportrait 60 Jahre BTA

Clubportaid des BTA


Der Filmklub Berliner Tonfilm-Amateur BTA feiert seinen 60. Jahrestag

Die Berliner Tonfilm-Amateure eV BTA wurden von Rudi Walke, Martin Rausch, Dieter Braun, Werner Pauli, Willi Bauer, Erna Rosinger und Horst Ambos im Jahr 1961 gegründet. Damals im geteilten Deutschland auf der Westseite von Berlin. In Berlin-Steglitz Hauptstraße unten im Keller. Ja so war der Start und die BTA'ler hatten viel vor. Sie erfuhren vom Bundesverband Deutscher Film-Autoren e. V. BDFA , dem sie am 01.11.1961 beitraten. Es entstand beim BDFA der Klub Nr. 06, und der erste Vorsitzende des BDFA war Josef Walterscheid.

In den 60er Jahren fand man neue Amateurfilmer ohne großen Aufwand, was ja in der heutigen Zeit fast unmöglich ist. Das heißt, dass bald zu den 8 Personen so viele kamen, dass der Keller zu klein wurde. Somit erfolgte der erste Umzug zur Karl-Marx-Straße nach Berlin Neukölln auf einen Hinterhof. 1981 Umzug in die Lindenstraße, wir fusionierten mit dem „Berliner Tonfilmstudio-BTS“. Eigentlich fast die schönste Zeit mit selbst gebautem Kinosaal und eigener Bar. Und freitags war unser Klubabend. Zu dieser Zeit bildete sich zusätzlich die Dienstagsgruppe mit hervorragenden Filmern wie Eberhard Almers, Manfred Winkler oder uns allen noch gut in Erinnerung unser Claus Krüger. Viele Filme von ihnen erreichen die BFF's (Doku, Natur, Spielfilm) oft auch die DAFF. Dienstags wurde an Filmen gearbeitet und gefeilt. Andere Mitglieder haben zu Hause die Filme geschnitten und bearbeitet. Das fertige Produkt konnten wir dann an einem Freitag ansehen und besprechen. Die ersten klubinternen Wettbewerbe entstanden. Natürlich in erster Linie Familien- und Urlaubsfilme, denn eine Reise ohne Filmkamera war unvorstellbar. Aus den gezeigten Filmen wurden dann die Filme für die Weitermeldungen zum Landesverbandswettbewerb herausgefiltert. Der Landesverbandswettbewerb war das Trittbrett zu den BFF's. Die Filmvorführungen fanden in der Landesbildstelle in Berlin statt. Unser größtes Glück war, dass sich ein Vollblutfilmer zum Vorstand des Landesverbands Berlin wählen ließ. Es war Werner Heidemann, der uns auch in Westdeutschland gut vertrat. Seinen Wohnwagen und seine Frau Anneliese können alle, sie waren überall beliebt. Werner Heidemann zog den Kategorienwettbewerb SPIELFILM an sich nach Berlin und somit wurden wir, die Berliner Filmgruppen, nicht ganz vergessen. Diese Wettbewerbe in der Landesbildstelle waren immer ein tolles Ereignis und viele, viele Amateurfilmer und auch Schaulustige kamen, denn diese Veranstaltungen sind und waren für die Bevölkerung offen. Für die Beköstigung musste immer der veranstaltende Klub sorgen und das ist heute oft noch so.

 Werner Heidemann überreichte Heinz Voigt die Urkunde in der Landesbildstelle

1.Preis und silberne Schere .

 In unserem Klub, dem BTA, entstanden kleinere Wettbewerbe wie zum Beispiel der Schallplattenfilm . Unser Klubmitglied Wolf Dieter Briege, der Leiter des Wettbewerbs, berichtet davon:

„Der Schallplattenfilmwettbewerb wurde seit 1979 oder 1980 vom Berliner Tonfilmstudio-BTS und Berliner Tonfilm Amateure-BTA“ deutschlandweit und darüber hinaus (Österreich, Schweiz und Niederlande) durchgeführt. Der Wettbewerb fand einmal jährlich, meistens in den Wintermonaten, statt. 30 bis 50 Filmspulen (normal 8, Super 8 und 16mm) haben wir zu diesem Wettbewerb erhalten, wobei bei Einsendungen von mehr als 30 Filmen eine Vorauswahl stattfand. Bewertet wurden die Filme gleich nach der Vorführung, wie beim Eiskunstlauf, durch Kellenbewertung. Die beste Note war eine 6, die schlechteste eine 1. Nach der Vorführung aller Filme fand eine zweite Wertung durch erheben der Kelle statt. Aus beiden Wertungen wurden die Preisträger ermittelt. Als Urkunden bekamen die Autoren grün-(Teilnahme), bronze-, silber- und goldlackierte Schallplatten im „Single-Format“ überreicht bzw. zugeschickt. Es war gar nicht so einfach, so viele gebrauchte Schallplatten für die Urkundenherstellung herbeizuschaffen und zu lackieren, aber wir haben es immer wieder geschafft. Es waren deutschsprachige Schlager, die von den Autoren ins Bild umgesetzt wurden. 1987 haben wir den Wettbewerb eingestellt.“ Wolf-Dieter Briege



                                                         

Leider konnten wir die schönen Räume in der Lindenstraße nicht länger behalten, so dass wir Ende der 80er Jahre in den großen Saal vom Bahnhof Lichterfelde-West zogen.

                                                    

Achim Gerhardt, der 37 Jahre unser Kassenwart und zusätzlich viele Jahre der Kassenwart vom Landesverband war, hatte die Weichen für unser neues Zuhause gestellt. Von da an hatten wir auch einen neuen ersten Vorsitzenden, Dr. Heinz Voigt. Man kann es kaum glauben, er war 25 Jahre unser erster Vorsitzender. Hätte er nicht diese heimtückische Augenkrankheit bekommen, wäre er immer noch unser bester Mann.

                       1. Vorsitzender Dr. Heinz Voigt



Vereinigung der Filmklubs aus Brandenburg und Westberlin nach dem Fall der Berliner Mauer.

Es berichten Dr. Jutta und Dr. Frank Dietrich aus Senftenberg: „Am 18. Juni 1994, um 11:00 Uhr, trafen sich im Hotel „Spreewaldeck“ in Lübbenau Mitglieder beider Landesverbände und besprachen die Machbarkeit einer Fusion. Hemmnisse eines Zusammengehens konnten nicht entdeckt werden, so dass die Beratung pünktlich abgeschlossen werden konnte.

Ein Kahn wartete schon anschließend auf uns, damit wir uns durch die romantischen Fließe des Spreewaldes stapfen lassen konnten. 

                   

 


 

Am 17. Oktober 1994 fand in der „Wulle“ die Klubleitertagung des Landesverbandes Berlin mit Brandenburger Teilnehmern statt. Es wurde einstimmig beschlossen, dass beide BDFA-Landesverbände ab dem 01.01.1995 zusammengehen. Eine gute Entscheidung .“ Jutta und Frank Dietrich .


Im Bahnhof Lichterfelde-West erfanden die Mitglieder Joachim Gerhardt und Claus Krüger die interessanteste Veranstaltung überhaupt. Unter dem Motto DER BESONDERE FILM. Davon berichtet hier unser langjähriges Mitglied und Leiter der Technik im BTA Hartmut Westphal:

DER BESONDERE FILM

„Einmal im Jahr gab es bei den Berliner Tonfilm-Amateuren eV (BTA) die beliebte Veranstaltung DER BESONDERE FILM, die von zahlreichen Filmfreunden aus Berlin und Brandenburg besucht wurde. Dabei gab es herausragende Filme von Amateuren aus ganz Deutschland zu sehen Letztes Mal statt“. Hartmut Westphal

         Leiter der Technik:

  Hartmut Westphal und Joachim Niemann


Es wurde heiß über diese preisgekrönten Filme diskutiert, dabei war es eine reine Filmshow ohne Urkunden und Preise. Claus Krüger und Achim Gerhardt wurden oft gefragt „Was ist ein besonderer Film“ dann lächelten sie nur, das war ihre Antwort. Wir sollten uns eine eigene Meinung bilden. Was sie für uns zusammengetragen hatte, war jeder Film für sich ein besonderer Film.  

                  

         Claus Krüger Achim Gerhardt

Die Landesbildstelle steht uns nach dem Mauerfall Anfang der 90er Jahre nicht mehr zur Verfügung und der neue Vorsitzende des Landesverbands Berlin, Dave Lojek, versuchte mit Hilfe von Rainer Hässelbart, erster Vorsitzender aus dem Klub ars cinema berlin eV eine neue Bleibe zu finden. Sie haben nach einem Kino gesucht, um Berliner Wettbewerbsfilme zeigen zu können. Sie fanden das Kino Toni in Berlin-Weißensee. Die Besitzer Senta Berger und Michael Verhoeven waren Förderer des Amateurfilms. Sie machten mit dem Landesverband einen Vertrag und die Berliner Filmklubs sind sehr glücklich über diese Möglichkeit, Filme anzusehen und das in einem echten Kino. Auch nach dem Verkauf des Kinos blieb es dabei. Dann breitete sich Corona aus und das Kino war zu.    

       

Einmal im Jahr veranstaltete ich, Inga Winterfeldt, seit April 1982 Mitglied im BTA, in unserem großen Saal im Bahnhof Lichterfelde-West einen Witzfilmwettbewerb. So auch gleich nach dem Mauerfall nach Vereinigung der Filmklubs und offener Grenzen. Wie immer hatte ich um Meldungen der Filme gebeten um ein Programm herzustellen. Für die neuen Freunde aus dem Umland und aus dem Nachbarland Tschechien war das die erste Möglichkeit an einem Wettbewerb teilzunehmen. Nur hatten sie gar keine Zeit Filme zu melden. In unserem großen Saal füllten sich die Stühle und noch mehr Filmfreunde standen in den Gängen. Wir haben dann eine zweite Vorführrunde in einem Raum im 1. Stock des Gebäudes ermöglicht. Die Moderation übernahm Werner Heidemann oben und ich unten im großen Saal damit alle Gäste aus Ost und West die Filme sehen konnten. So wurde aus meinem Programm nicht nur Film Nr.1 bis 20 sondern wir gaben den einzelnen Blöcken noch a, b, c Nummern dazu. Auch die Speisen und Getränke musste ich neu organisieren. Es gab ja immer noch die Ostmark und die D-Mark. Ich beschloss nun, dass alles ein Preis ist egal ob Ost oder West. Der Appetit war groß und schon nach der ersten Pause war der Kuchen alle und nach der zweiten Pause auch die Würstchen. Meine Helfer, die Frauen aus dem BTA, haben dann schnell neues Essen und Getränke gekauft. Alles lief dadurch sehr, sehr gut. Es war mein aufregendster Wettbewerbstag. Der Siegerfilm kam aus Tschechien. Ich habe keinen Namen von dem Autor mehr in Erinnerung aber der Film ist mir heute noch vor Augen sein Titel: „Klesti“. Schade, dass es davon keine Kopie gibt.

Der Erlös in Ostmark war so groß, dass meine Mitglieder, damals noch 32 Personen, ein gutes Mittagessen in einem Restaurant im Umland von Berlin und Kaffee mit Kuchen erhielten. Wir denken heute noch gerne daran. Der Witzfilmwettbewerb war durch den im Ostteil Berlins lange bekannten Eulenspiegelwettbewerb überflüssig, Eulenspiegeleien wurden von den Film-und Vidoautoren e.V. Berlin ( FiViA ) durchgeführt.                                                   

Die MINI-DAFF für Daheimgebliebene. Als Trostpflaster für alle Klubkollegen, die nicht zur echten DAFF fahren konnten erfand ich die MINI-DAFF. Ein echtes, auch über mehrere Tage, erfundenes Vergnügen.  Ganz nach unserem Motto Spaß im BTA. Die Filme wurden immer in unseren Räumen im Bahnhof-Lichterfelde gezeigt. Wir hatten auch Juroren. Es gab Urkunden wie bei der echten DAFF und ein gutes Buffet.

          Preisverleihung im Klubgebäude Bilder von der MINI-DAFF unter dem Motto Spaß im BTA an verschiedenen Standorten. Mal in meinem Garten oder auch im Umland.

   
Jeder Autor hatte zur Erkennung dieses Mini-Daff-Blümchens zum Umhängen und eine eigene Klubfahne hatten wir auch. Selbstgeschneidert von Marianne Frank, der Frau von Dieter Frank. Für uns war es sehr wichtig, dass die Partner am Klubleben teilnehmen. Es ist also ganz selbstverständlich, dass sie ebenfalls freitags zu den Klubabenden kommen, gleichberechtigt diskutieren und ihre Meinung vertreten.

Preise und Ehrungen der Mitglieder. Natürlich kann ich nicht jeden Namen der BTA'ler nennen, der einen Preis gemacht hat. Dazu ist die vergangene Klub-Zeit zu lang. Hervorheben möchte ich aber Eberhard Almers „die sieben Schwaben“ erster Preis LFF. Dr. Heinz Voigt „lauter schlechte Nachrichten“ LFF 1. Preis und silberne Schere. Claus Krüger „Der Auftrag“ beste BFF-Doku. „Antoinette“ beste LFF- und BFF-Reportage. „Sightseeing“ bester Wettbewerbsfilm. „Einmal Mittenwalde und zurück“ beste LFF, beste BFF Doku und noch viele andere mehr. Wolf-Dieter Briege zeigte beim LFF den Film „Bahnhofsfest“ erhielt einen 3. Preis. „Na dann Prost“ LFF 2. Preis, „Berlin 22“ LFF 2. Preis, Nachbarschaftshilfe LFF und BFF 3. Preis. Inga Winterfeldt  „endlich war ich auch mal da“ LFF 3. Preis. Manfred Bohn ein guter Filmer und sehr guter Schauspieler „Walsroder Pop“ LFF 2. Preis. „mit 66. Jahren“ LFF 1.Preis. Dr. Harald Spengler „aus dem Land der Leoparden“ LFF 2.Preis und Sonderpreis beste Kamera. Christoph Byczkowski hat viele schöne Filme mit Auszeichnungen hergestellt. Zum Beispiel „Das Tor - Ein Symbol wird 200“ LFF 2. Preis, BFF 3. Preis Doku. „Danzig – die Stadt der vergessenen Seelen“ LFF 1. Preis, BFF 2.Preis Doku. „In der Fremde zuhause“ LFF 1. Preis, BFF 2.Preis Doku. „Berlin, wie haste dir verändert „BFF 2. Preis, BFF 2. Preis. Reise ins „Gelobte Land“ BFF 1.Preis, BFF 3. Preis. „WAIDA“ LFF 1. Preis, BFF 3. Preis.

Erklärung: LFF Landesfilmfestival Berlin Brandenburg. BFF Bundesfilmfestival.





LFF Preisverleihung im Kino Toni. Chris Byczkowski 1.Preis Urkunde und Sonderpreis beste Kamera. Dr. Harald Spengler erhielt für seinen Film „Aus dem Land der Leoparden“ einen 2. Preis und zusätzlich den Preis für die beste Kamera   

Reisen mit dem BTA.  Wochenendreisen und Tagesfahrten haben wir sehr oft, mindestens jedoch einmal im Jahr durchgeführt. Besonders davon möchte ich hervorheben: Lüneburger Heide, Erzgebirge, Harz und zur DAFF. Tagesfahrten machen wir nach Fürstenwalde, Spreewald, Angermünde,

           

Liebermann Museum, Gut Bornstedt, Potsdam zu Fuß oder mit dem Schiff.

Organisiert von Heike und Günter Bahr.                                                                        

Astrid und Franz Nitz haben es uns ermöglicht, eine Führung durch das Bundeskanzleramt zu bekommen und auch noch eine Führung durch das Bundespräsidialamt zu bekommen. Bevor die beiden nach 10 Jahren Arbeit in Berlin zurück nach Bonn zogen.

                 Bilder vom Bundespräsidialamt.

Von den Mitgliedern wurden Vorschläge gemacht und die Organisation hat dann ein Mitglied übernommen. Da ich in den Bundesländern gearbeitet habe, und oft im Hotel übernachten musste, kamen von mir die Vorschläge zu den Reisen und den neuen Hotels.

Auch in unserem Klub wurden die Mitglieder älter und der Klub wurde anzahlmäßig immer weniger. Wir trauern um viele unserer verstorbenen Mitglieder. Oft sprechen wir von ihnen und denken sehr gerne an sie und ihre schönen Filme.

Jetzt machen wir keine Reisen mehr. Tagesausflüge sind aber immer noch beliebt. Zu guter Letzt werde ich unseren neuen Neujahrsspaziergang, in unterschiedlichen Orten von Berlin erwähnen.

Den in letzter Zeit beliebten Spaziergang machen wir im Britzer Garten. Im Park laufen und anschließend schön essen im Restaurant „Toscana“ gleich gegenüber.


                     
              Achim  Hartmut         Inga                  Gisela   Claus           Bernd

                      Das waren die Mitglieder, die gelaufen sind.

                      Der Rest wartete schon im Restaurant.

                                 

Geschrieben von Inga Winterfeldt, 1. Vorsitzende vom BTA

in Vertretung aller Klubmitglieder. Juli 2021